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Vor nunmehr fast zwei Jahren hatte sich Dr. Klaus Schmidt in einem spannenden Vortrag mit der arabischen Wissenschaft und ihrem kulturellen Beitrag zur Entstehung der abendländischen Kultur auseinandergesetzt. 

Der Vortrag am 14. Februar 2019 um 20:00 Uhr in der Alten Synagoge, Hauptsraße 27, 69493 Hirschberg über

Die Arabische Philosophie

soll die kulturelle Vernetzung der arabischen Welt mit Westeuropa verdeutlichen, die nicht nur bei den Naturwissenschaften und der Technik erfolgte, sondern auch in der Philosophie.

Die Entwicklung der arabischen Philosophie, die ihre Werke in der offiziellen Staatssprache des islamischen Großreiches verfasste, war ein multinationales und multireligiöses Unternehmen. Dazu trugen Araber, Perser, Türken, spanische Juden und syrische Christen bei, die ab dem 8. Jahrhundert philosophische und wissenschaftliche Texte aus griechischer Überlieferung übersetzten, bearbeiteten und interpretierten. Sehr bald trennte sich die Philosophie von der Theologie/Religion und es entwickelte sich ein intensiver Dialog zwischen Philosophie und Religion in den Fragen der Erkenntniswege dieser Welt.

Der rationale Erkenntnisweg eines Averroes war bestimmender für die Scholastik (Thomas von Aquin, Dante) und die europäischen Universitäten, während Ibn Sina mit der gedanklichen Öffnung zum Scharfsinn und der Erleuchtung eine Tradition im östlichen Raum erzeugte. Im islamischen Raum ist die Geschichte der Philosophie fest eingebunden im wissenschaftlichen Lehrbetrieb.

In der Auseinandersetzung der islamischen Philosophie mit dem wirtschaftlich und politisch erfolgreichen Westeuropa während der letzten 200 Jahre entstanden eine Vielzahl von philosophischen Perspektiven.